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Medienkritik
Kritischer Medienalltag
Jill sitzt fast den ganzen Nachmittag vor ihren Videospielen oder surft im Internet. „Pass auf, dass Du nicht verblödest“ sagt Jim. „Im Gegenteil: Ich übe hier, wie man mit dem Computer umgeht, finde tolle Informationen und lerne neue Leute kennen“ kontert Jill. Jim denkt nach: Wie viel Mediennutzung ist eigentlich normal? Lauern da nicht Gefahren?

In dieser Lerneinheit erfährst du:

Welche Bedeutung Medien haben
Hoch Runter

Ist es wirklich so? Morgens um sieben klingelt der Radiowecker. Man setzt sich mit dem Kaffee an den Küchentisch und liest die Zeitung. Auf dem Weg in die Schule dudelt Discman oder i-pod im Ohr. In der Schule dann ein Unterrichtsvideo. Nach dem Mittagessen erst einmal ein Computerspiel zur Entspannung, anschließend im Internet recherchieren für die Hausaufgaben. Nachmittags dann ein paar Telefonate auf dem Handy, um sich für das Kino zu verabreden. Am Abend dann Fernsehen und vor dem Einschlafen noch zwei Kapitel im Buch gelesen.

Meistens ist man sich gar nicht bewusst, mit wie vielen verschiedenen Medien man am zu tun hat…

Medienalltag
Medienalltag

Medien sind ein fester Bestandteil unseres Tagesablaufs. Wir nutzen Sie zur Information und erfahren in Zeitungen, Fernsehen oder im Internet das Neueste. Nach manchen Informationen sucht man gezielt, z.B. einen Songtext oder eine Übersetzung. Über andere Informationen stolpert man geradezu: Schlagzeilen in ausliegenden Zeitungen, Videoscreens in der U-Bahn, Anschläge auf Litfasssäulen usw.

Medien dienen aber auch der Unterhaltung und wir gestalten mit ihnen unsere Freizeit: Kino, Computerspiele, Fernsehen sind Beispiele dafür.

Darüber hinaus kann man über Medien kommunizieren, wie beispielsweise durch Handys, Emails oder Chat.

Indem man auf Nachrichten und Neuigkeiten reagiert, wird man interaktiv. Diese aktive Form der Mediennutzung hat die Ansprüche im Medienverhalten verändert. Das Internet bietet z.B. Möglichkeiten, selbst einzugreifen und mitzugestalten: eine Hompage können sich heute alle Interessierten selbst zulegen. Das hat sich auch auf viele „alte Medien“ ausgewirkt. Am interaktiven Fernsehen wird gerade fieberhaft gearbeitet. In vielen Städten gibt es neuerdings Theatergruppen, die es den Zuschauern ermöglichen, den Verlauf eines Theaterabends mit zu bestimmen.

Leben in der Informationsgesellschaft
Das Buch oder die Zeitung als Medium gibt es schon länger. Heute werden die unterschiedlichsten Medien ganz selbstverständlich genutzt. Man kann sich kaum vorstellen, dass es noch vor gar nicht allzu langer Zeit nur drei Programme im Fernsehen und einen Sendeschluss gab, oder dass in kaum einer Familie ein Computer vorhanden war. Inzwischen gibt es im Fernsehen oder im Internet Angebote zu fast allen Themen rund um die Uhr. Weil dadurch Wissen und Informationen in einer immer größeren Fülle „produziert“ werden, spricht man auch von der Informationsgesellschaft.

Manchmal platzt einem aber vor lauter Information fast der Kopf. Oft genug gibt es zu einem Thema widersprüchliche Informationen. Welcher Nachricht soll man dann Glauben schenken?

Was ist wahr?
Was ist wahr?

Was heißt Medienkompetenz?
Die Vielzahl an allgegenwärtigen Medien führt dazu, dass man den Umgang mit ihnen beherrschen sollte, wenn man „am Ball“ bleiben möchte. Das bezieht sich auf das Berufsleben, aber auch auf den privaten Bereich. Medienkompetenz nennen das die Fachleute und meinen damit:

1. Man sollte in der Lage sein, die Medien technisch zu bedienen (also beispielsweise das Internet, den Computer zu benutzen)

2. Man sollte in der Lage sein, die vielen Informationen, die man täglich erhält, zu verarbeiten. Ebenso sollte man sich darüber bewusst werden, dass Medien Informationen verschieden aufbereiten (z.B. unterschiedliche Darstellungen einer Nachricht in zwei verschiedenen Zeitungen oder Sendungen)

3. Man sollte über verschiedene Fertig¬keiten und Kreativität verfügen, selbst Information mit Hilfe der Medien wiederzugeben (beispielsweise ein Referat mit Microsoft PowerPoint vorbereiten).

Welche Rolle Medien im Alltag spielen
Hoch Runter

Die meisten Medien erfüllen nicht nur einen Zweck. Sie haben mehrere Funktionen für uns. Je nach Alter oder Situation der Nutzer werden diese Medien in unterschiedlicher Weise genutzt, meist ohne sich großartig Gedanken zu machen.

Mediennutzung von Jugendlichen in der Freizeit
Mediennutzung von Jugendlichen in der Freizeit

Fernseher
Es gibt ganz verschiedene Gründe, warum man sich vor den Fernseher setzt: Manchmal möchte man einfach nur berieseln lassen und vom Stress in der Schule entspannen.

Ein andermal trifft man sich mit Freunden, um einen Film zu schauen, sich gemeinsam zu amüsieren oder zu gruseln. Fernsehen kann also nicht nur passiver Konsum sein, sondern auch eine soziale Aktion.

Darüber hinaus werden in Spielfilmen oder Serien oft Themen und Fragen aufgegriffen, die gerade interessieren. Dabei können auch aktuelle Probleme beispielsweise mit Freunden oder Eltern bearbeitet werden. Das Fernsehen ist übrigens das am weitesten verbreitete Medium – fast alle Kinder und Jugendlichen haben zu Hause ein Fernsehgerät. Über die Hälfte der 12-19-Jährigen besitzen sogar ein eigenes. Am liebsten werden dabei Sitcoms, Daily Soaps und Zeichentrickfilme angeschaut.

Computer
80% aller Jugendlichen haben Zugriff auf einen Computer in der Familie, 53% besitzen sogar einen eigenen. Für den Computer wird mittlerweile mehr Zeit verwendet, als für das Fernsehen - dabei spielen das Surfen im Internet und Computerspiele die wichtigste Rolle. Am PC wird Musik gehört, etwas für die Schule gemacht oder auch Texte geschrieben. Viele Jugendliche nutzen den PC täglich sehr intensiv, gerade bei Strategiespielen kann man recht lange vor dem Computer sitzen.

Videospiele
Gameboy, Spielekonsolen und Videospiele sind ebenfalls sehr weit verbreitet und üben eine große Faszination auf viele Jugendliche aus. Hier kann man sich mit den Helden der Spiele identifizieren, eigene Wünsche oder Ängste übertragen. Ganz schön leicht kann man sich in so einem Spiel verlieren und die Zeit um sich herum vergessen. Oft ist mit den Spielen aber auch eine soziale Aktion verbunden, denn ungefähr die Hälfte der jugendlichen Nutzer sitzt mit Freunden vor den Spielen.

Internet
Immer größere Bedeutung bekommt das Internet: Hier kann man sich über alle denkbaren Themengebiete informieren und in Chats oder eMails neue Leute kennen lernen und sich mit Freunden und Freundinnen unterhalten. Über 80% der Jugendlichen im Alter von 14-19 Jahren sind online (Quelle: (N)onliner-Atlas) und nutzen das Internet hauptsächlich zum eMails schreiben, Informationen suchen, Musik hören, News lesen oder um zu chatten.

Handy
Fast alle Jugendlichen besitzen heute ein Handy. Damit kann man mittlerweile weit mehr als „nur“ telefonieren: So nutzen fast alle Jugendliche Handyspiele. Problematisch bei der Handynutzung ist, dass hier Kosten anfallen. Neben den Telefongebühren geht der Download von Spielen, Klingeltönen und Logos ins Geld. Das hat manchmal zu hoher Verschuldung von Jugendlichen geführt.

Mach’s nach
Die folgende Übung hilft, den eigenen Medienkonsum genauer zu beleuchten:

Schritt 1:
Einen lang schreibt man auf, welche Medien (Zeitung, Radio, Fernsehen, Videospiel, Computer, Internet, Handy) man benutzt und wie viel Zeit dafür anfällt. Ist das mehr oder weniger, als vorher angenommen?

Schritt 2:
Sind mit den genutzten Medien Kosten verbunden (z.B. online gehen und telefonieren)? Wie hoch sind diese Kosten?

Schritt 3:
Wenn man nach den ersten beiden Schritten den Eindruck hat, dass zuviel Zeit und Geld für die Mediennutzung verwendet wird, dann kann man mit sich selbst einen „Medienvertrag“ ausmachen: Man setzt sich selbst ein Zeitlimit für die Nutzung von einzelnen Medien und für die Kosten, die dafür anfallen sollen. Wenn man bestimmte Medien, wie den Computer mit Geschwistern oder Eltern teilt, dann macht es Sinn, wenn sich alle an einem Medienvertrag beteiligen.

Welche Probleme von Medien ausgehen können
Hoch Runter

Auf der einen Seite macht der Umgang mit Fernsehen, Computer- und Videospielen viel Spaß. Es gibt aber bei allen positiven Seiten von Unterhaltung, Information und Kommunikation auch Schattenseiten.

Gewalt und Horror
Oft spielt in Medien Gewalt eine zentrale Rolle: Gegner müssen in Videospielen getötet werden, aber auch Krimis im Fernsehen zeigen brutale Spielszenen. Je älter man ist, desto leichter fällt es einem, damit umzugehen, jüngere Kinder aber fühlen sich schnell verunsichert und verängstigt. Hier ist es wichtig, dass sie jemanden haben, um über ihre Ängste zu sprechen.

Doch auch bei Älteren ist das Thema nicht unproblematisch: Viele Jugendliche sind schnell fasziniert von Gewalt: So lassen sich die eigenen Aggressionen in einem Computerspiel abbauen, weil man sich mit dem Helden identifiziert und sich „richtig mächtig“ fühlt. Oft kommt bei den Filmen und Spielen die Botschaft rüber, dass Gewalt „schon ok“ sei.

Gewalt und Horror
Gewalt und Horror

Gefahr besteht, wenn man dann nicht mehr zwischen Spiel und dem wahren Leben unterscheiden kann oder das Konfliktverhalten in Gewaltfilmen oder –spielen als Vorbild zur Lösung eigener Schwierigkeiten nimmt.

Auch Horrorfilme, die gern bei gemeinsamen Videoabenden angeschaut werden, können problematisch sein. Auf der einen Seite macht es Spaß sich gemeinsam zu gruseln und die Freundin oder den Freund neben sich zu wissen. Vielen geht ein solcher Film aber näher, als sie zu geben. Noch Tage später können sie Albträume oder Angstzustände haben.

TIPP
Sich trauen! Wenn Gewalt oder Horror in einer Fernsehsendung oder einem Internetspiel unangenehm ist, dann sollte man mit Freunden und Freundinnen, Eltern oder anderen darüber sprechen. Oft stellt sich heraus, dass es ihnen ähnlich geht, dass sie es aber auch nicht zugeben wollten.

Werbung
Ein anderer Problembereich bei der Mediennutzung ist Werbung. Firmen versuchen, in aufwendigen Werbespots im Fernsehen ihre Produkte zu verkaufen und ein positives Image zu erzeugen. Auch im Internet gibt es kaum eine Seite, auf der man nicht Werbebanner wegklicken muss. Manchmal kann man die Werbung für ein bestimmtes Produkt gar nicht richtig erkennen, sondern findet den kurzen Spot einfach „cool“ und „lustig“ – und kauft dann ganz unbewusst beim nächsten Einkauf das T-Shirt oder das Handy von genau diesem Hersteller.

Man sollte sich also immer bewusst sein, dass Werbung einem etwas verkaufen will! Kinder- und Jugendmedien bleiben davon nicht verschont: Man denke an die fast schon aggressiven Werbespots für Klingeltöne und Logos für das Handy oder Webung für Videospiele oder Spielsachen. Werbung auf Handy oder im Internet löst eine Kaufaktion schneller aus, als einem manchmal lieb ist: Mit einer kurzen Tastenkombination hat man ein Handylogo gekauft, ohne es richtig zu merken. Auch im Internet ist ein Bestellformular schnell ausgefüllt.

Mach’s nach
Die folgende Übung hilt, das Bewusstsein für Werbung zu schärfen.

Schritt 1:
Man besucht ein paar Lieblingsseiten im Internet. Wie viele Werbebanner tauchen auf? Wofür werben sie?

Schritt 2:
Man schaut eine halbe Stunde Fernsehen, zum Beispiel die Lieblings-Vorabendserie oder einen Musikkanal. Wie viel Werbeunterbrechungen gibt es? Wie viele Spots gibt es? Für wie viele Produkte wurde geworben?

Zusammenfassung

Jim hat sich viele Gedanken über Medien gemacht. Es stimmt schon, was Jill sagt: Medien sind nicht grundsätzlich schlecht. Sie sind heute ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Alltags. Aber auch Jim hat Recht. Man sollte sich über Zeit- und Geldfresser im Klaren sein. Jill und Jim kommen zu dem Schluss, dass es wichtig ist, die Schattenseiten wie Werbung und Gewalt in den Medien zu erkennen. Man sollte bewusst und kritisch mit Medien umgehen.

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